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Die Tennis-Abteilung

Von den French Open bis nach Erlabrunn

Tennis beim TSV Erlabrunn

"Wenn ich nicht verliere, kann der andere nicht gewinnen." Kaum zu glauben, aber es gibt Zitate von Boris Becker, die haben fast philosophische Größe. Dieser Satz drückt tatsächlich viel von der Faszination des Tennissports aus: Es gibt kein Unentschieden, nur ein Duell – und am Ende stehen da ein Gewinner und ein Verlierer. Und: Der Gewinner muss nicht unbedingt der bessere Spieler gewesen sein. Tennis ist eine atemberaubende Mischung aus Technik, Taktik, Physis und Psyche. Nicht selten siegt der Wille.

Es war zu Boris Beckers Glanzzeiten Ende der 80-er, Anfang der 90-er Jahre, als auch die 1978 gegründete Tennisabteilung des TSV vom Boom in Deutschland profitierte. Selbst als die Anlage von ursprünglich zwei, über drei auf fünf Sandplätze aufgestockt wurde, reichte die Kapazität nicht aus. Die damalige Abteilungsleitung verhängte bei 250 Mitgliedern einen Aufnahmestopp: Es gab eine lange Warteliste.

Sportlich machte sich die Abteilung mit dem Tennis-Turnier „Erlabrunn Open“ einen Namen über die Grenzen der Region hinaus. Das vom damaligen Sportwart Thomas Fischer, später lange Jahre Präsident des unterfränkischen Tennisverbandes, initiierte Turnier lockte namhafte Spieler nach Erlabrunn: 1998 trat hier der argentinische Profi Patricio Rudi an, der es wenige Jahre später auf Platz 367 der Weltrangliste schaffte. Er siegte im Finale gegen Emil Lenart, der Anfang der 90-er Jahre in der 1. Mannschaft in Erlabrunn gespielt hat und es später in Regensburg und Würzburg in die Zweite Bundesliga und auf Rang 700 der Weltrangliste brachte. Mit dabei im Feld auch Zoran Sevcenko, mazedonischer Daviscupspieler. Die „Open“ waren eines der Top-Turniere Unterfrankens und lockten an einem Wochenende bis zu 400 Besucher an.

Internationales Flair brachte kurz nach der Jahrtausendwende auch die sympathische Amerikanerin Camille Benjamin in unseren Verein. Während ihres Studiums in Würzburg trainierte sie zwei Jahre die Tennis-Jugendmannschaften im TSV. Benjamin war Profi und feierte auf der WTA-Tour einen Turniersieg (1987), ihr größter Erfolg aber war 1984 das Erreichen des Halbfinales bei den French Open in Paris, das sie gegen die große Chris Evert verlor.

Schöne Zeiten. Vergangene Zeiten. Die goldene Ära des Tennis in Deutschland scheint vorbei. Hinzu kommen die demografischen Veränderungen und das explosionsartig gestiegene Freizeitangebot. Auch in Erlabrunn werden kleinere Brötchen gebacken. Immerhin konnte in den vergangenen Jahren dem Trend getrotzt werden, die Abteilung meldet wieder leicht steigende Zahlen. Derzeit spielen 123 Mitglieder Tennis auf einer der schönsten Anlagen Mainfrankens.

Dass das so ist, dafür sorgt vor allem Ehrenmitglied Otmar Herbert, der auch mit 73 Jahren noch fast täglich nach dem Rechten schaut, die Anlage hegt und pflegt und vor keiner Arbeit zurückschreckt.

Tennis-Kids beim TSV Erlabrunn

2016 nehmen sieben Mannschaften am laufenden Spielbetrieb des Bayerischen Tennisverbandes teil: Bambina 12, Bambino 12, Knaben 16, Damen, Herren, Damen 50 und Herren 60. Jugendtrainer ist Serban Moraru.

Gesellschaftlich ist die Abteilung ebenfalls sehr lebendig: Frühere Ausflüge ins Elsass, nach Altötting oder zum Skifahren waren genauso legendär wie der Faschingsball. Auch die Jubiläumsfeiern waren Highlights: Anlässlich des 20-jährigen Bestehens spielte 1998 die bekannte Weimarer Bluesband „Postel & Pötsch“, 2008 gastierte Schwimm-Weltmeister Thomas Lurz zu einem Tennisschaukampf in Erlabrunn.

Heute gehören ein Bayerischer Abend zum Saisonauftakt, ein Sommerfest sowie die Weihnachtsfeier mit Tombola zu den Höhepunkten – allesamt bei Vergnügungswartin Marita Härth in besten Händen.

Ohne ehrenamtliches Engagement wäre unsere Gesellschaft ärmer, und so gilt es an dieser Stelle auch großen Dank zu sagen an die vielen Helfer und Verantwortlichen, die in den vergangenen 36 Jahren dafür gesorgt haben, dass der Tennissport in Erlabrunn eine gute Heimat fand – und findet. Wer nun Lust verspürt hat, nur zu: Tennis ist bis in hohe Alter ein wunderbarer Freizeitsport.

Partner des TSV